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1. Vorsitzender
Rüdiger Kremser
Arndt-Brauer im „Zwergenland“

Schöppingen. Rund 3,5 Mrd. Euro stellt der Bund bis 2021 für die Qualität der Kinderbetreuung in Kitas zur Verfügung. Das von Familienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) vorgelegte „Gute-Kita-Gesetz“ soll unter anderem dazu beitragen, dass die Betreuungsschlüssel verbessert, Erzieher besser qualifiziert werden, Kitas zum Beispiel mehr Sprachförderung anbieten können und Eltern weniger Gebühren zahlen müssen. Ein guter Grund für die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (2.v.li.) ihre diesjährige Sommertour durch den Wahlkreis auf den Schwerpunkt Kinderbetreuung zu legen. Gemeinsam mit örtlichen SPD-Kommunalpolitikern besucht die Bundespolitikerin daher die unterschiedlichsten Kinderbetreuungs-Einrichtungen. In Schöppingen begleitete sie SPD-Ratsmitglied Rainer Sobottka (2.v.re.).

 

Für den Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken gibt es einen Trägerverbund der evangelischen Kindertageseinrichtungen, kurz Tv-KiTa genannt. Insgesamt 19 Kindertageseinrichtungen gehören zur Trägerschaft des Verbundes. Auch die Kita „Zwergenland“ in Schöppingen ist Teil des Verbunds. Eine ganz besondere Kita, wie Claudia Brinkmöller (re.), Geschäftsführerin des Tv-KiTa und Einrichtungsleiterin Jennifer Ruck (li.) finden, besteht sie doch nur aus einer Gruppe mit 12 Kindern unter drei Jahren. Einzigartig im gesamten Kreis Borken und seinen Nachbarkreisen. Grund dafür sei die Geschichte zur Entstehung, erläuterte Brinkmöller. Vor zehn Jahren sei das „Zwergenland“ als professionelle Spielgruppe gestartet, um den Bedarf abzudecken. Mit der Einführung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) 2008, wurde die Zahl der Plätze für unter Dreijährige erhöht und durch die Buchung von 25, 35 oder 45 Stunden für die Betreuung, stieg der Bedarf an. Daraus entstand der Wunsch des Kreises Borken, die bisherige Spielgruppe in eine Ein-Gruppen-Kita für unter Dreijährige umzuwandeln. „Eine ganz besondere Situation“, wie Brinkmöller findet. Als Provisorium gedacht, hält das jetzt Ganze erfreulicherweise bereits seit zehn Jahren.

 

Aber es soll nicht bei einer Ein-Gruppen-Kita bleiben, so Brinkmöller. So plant der Tv-KiTa eine zweite Gruppe, die auch über Dreijährige aufnimmt. Möglicherweise gebe es einen Investor, der auf dem vorhandenen Grundstück eine entsprechende Einrichtung bauen will, denn aus eigenen Mitteln könne der Verbund das nicht stemmen, erläuterte die Geschäftsführerin weiter. Das alte Gebäude würde dann abgerissen und durch einen geräumigen Neubau ersetzt. Hier gebe es aber noch einigen Klärungsbedarf, so Brinkmöller weiter. „Dann ist kein Wechsel der Kinder in eine andere Einrichtung mehr nötig, wenn sie über drei Jahre alt sind“, stellte Jennifer Ruck klar und würde sich freuen, wenn es klappt, wie gewünscht.

 

Ausführlich diskutierte man die unterschiedlichsten Probleme in der Kinderbetreuung. So stellte Brinkmöller klar, dass man bewusst in der Kita Ferien mache und daher drei Wochen schließen würde. Bei manchen Eltern stoße das auf Unverständnis, denn eine Betreuung an 365 Tagen im Jahr werde schon erwartet, kritisiert die Geschäftsführerin. „Es ist aber wichtig, dass die Kinder auch Urlaub machen“, machte Brinkmöller deutlich. Lange genug seien die Urlaubstermine bei den Eltern bekannt, sodass sie das mit ihren Arbeitgebern regeln könnten. „Aber auch die Arbeitgeber sind da gefragt“, stellte Arndt-Brauer klar. Wegen des Fachkräftemangels müssten Arbeitgeber aber auch so flexibel sein, andere Arbeitszeitmodelle anzubieten, ergänzte Brinkmöller. „Außerdem haben auch wir Erzieherinnen Familie“, so Jennifer Ruck. Auch der Tv-KiTa sei Arbeitgeber und gehe auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter ein. So praktiziere man schon lange die von der SPD durchgesetzte Rückkehr von Teilzeit auf Vollzeit. Wobei Teilzeit immer stärker nachgefragt wird, so Brinkmöller. „Selbst bei jüngeren Kolleginnen ist die Belastung so groß, dass Teilzeit gewünscht wird“, stellte sie klar. Den Wünschen will man dann auch nachzukommen.

 

Bisher sei man noch gut aufgestellt, erfuhr Arndt-Brauer auf Nachfrage, wie es mit der Personalausstattung aussehe. In Zukunft sehe das aber anders aus. Die naheliegende Möglichkeit, Personal in den benachbarten Niederlanden zu gewinnen, ist wegen der Nichtanerkennung der dort erworbenen Abschlüsse nicht umsetzbar, bedauert Brinkmöller und findet, das sei ein No-Go. Die Ausbildung sei auch in den Niederlanden sehr hochwertig.

 

Besonders stolz ist man im „Zwergenland“ auf das Gütesiegel der Zertifizierung, erläuterte Jennifer Ruck den Gästen. Trotzdem man nur eine „Minieinrichtung“ sei, habe man mit großem Aufwand und Unterstützung der Eltern diese Qualitätsstufe erreicht. Auch das Qualitätsmanagement hat Einzug in die Ein-Guppen-Kita gefunden.

 

Arndt-Brauer versprach Brinkmöller und Ruck, dass sie die gesammelten Eindrücke, ob in Form von Kritik, Tipps, persönliche Erfahrungen etc. auf jeden Fall mit nach Berlin nimmt. „Mein Ansinnen ist es, mir einen Überblick im Wahlkreis zu verschaffen, um die Bedarfe weiterzugeben“, so die Bundespolitikerin. Das von Ministerin Giffey initiierte „Gute-Kita-Gesetz“, soll mit den einzelnen Bundesländern ausgehandelt werden, welchen – auch finanziellen – Bedarf das Gesetz individuell abdecken soll. Da spiele sicherlich auch das Münsterland eine Rolle, wie Betreuung in der Zukunft aussehen soll.